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Geschrieben von Administrator
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Mittwoch, 4. Juni 2008 |
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Belshazzar - es ist die immer wieder kehrende Geschichte von Macht, Aufstieg, Beharrung, Unterdrückung, wüstem Leben ohne Achtung, Moral und Tod, bis der nächste Eroberer und Befreier erscheint, ein Erlöser, bejubelt von den Massen, der den Thron besteigt.
Händels Oper Belshazzar ist dafür ein "Lehrstück" - eher ein Oratorium, denn ein Bühnenwerk, das sich mit Bildern aus allen Epochen erklären läßt, so wie einst Harry Kupfer, der drastisch den Abtransport der Juden inszenierte.
Davon ist die Inszenierung von Christoph Nel weit entfernt - er liefert in hoch aufeinander getürmten Etagen drei Stunden eher statische Bilder, in denen viel gestanden, geschritten und ein wenig von Stufe zu Stufe geklettert wird. Diese Reduktion auch auf wenig Zeichenhaftes macht den Abend wohl hörens - aber weniger sehenswert. Nur einem - Belshazzar - Kenneth Tarvers - wird mehr gestattet, er markiert in großen pantomimischen Gesten den Machtbesessenen, Trunkenen und Geisteskranken. Dafür bleibt die Titelpartie stimmlich unzureichend. Hervorragend Bejun Methas aus Perserkönig Cyrus und außerordentlich der Rias - Kammerchor, im Wechsel unterschiedlicher Volksgruppen - Gefangene, Sieger, Befreier.
Rene Jacobs, der subtile Klangmeister für alte Musik wirkt an diesem Abend streckenweise routiniert und zu wenig ausdrucksstark.
Dennoch der Gesamteindruck : Belshazzar an der Staatsoper unter den Linden : empfehlenswert.
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