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Julius Fogg benötigte achtzig Tage, Matthias Politycki wollte diesen Rekord nicht brechen sondern läßt den Herren Johann Gottlieb Fichtl, einem Lottogewinner aus Oberviechtach in der Oberpfalz 180 Tage lang an Bord des schönsten Passagierschiffs der Welt ( nach eigener Einschätzung des Lesers ) ein Logbuch schreiben - Beobachtungen eines Kleinbürgers in der Welt der Vermögenden, Hochstapler, älterer Herren und nicht minder älterer Damen. Es ist eine wundersame Weltreise mit Ausflügen zu vermeintlichen Menschenfressern, Hula - Tänzerinnen, also in die Südsee, zuvor durch die Karibik, nach Guatemala. Fichtl erlebt, was anderen selbstverständlich ist, sieht, was andere nicht erkennen, notiert nicht das üblich Sehenswerte sondern das wirklich Besondere. Er befindet sich zwischen einem Immobilienjongleur, Professor Billgardt, dessen Sohn Kabelträger bei Stefan Raab ist, der Alkoholikerin Frau Frunzke, Honorarkonsul Walder, der sich seine Reise von der EU finanzieren läßt, einer Dame mit geliehenem Schmuck, einem Sammler von Schnitzereien, Frauen, die für Ruhe am Swimmingpool sorgen. Es sind eben nicht nur die Ausblicke vom Schiff in die Welt sondern das Schiff als Kosmos, als Begegnungsort mit der fülligen Irene und Graf Harro, mit Mal -, Töpfer - Golfkursen, Kapitänsdinner, Zauberei, Kunst, Spaß - Arrengements Sicherheitsübungen. Ach, das alles ist köstlich - ein Schelmenroman, der , so wird versichert, mit der Realität nichts zu tun habe und die "MS Europa", so wird im Vorwort bemerkt , sei keineswegs der Schauplatz. Na klar ! Der feurigen Irene sind wir dort nicht begegnet - aber netten Leuten und vielen amüsanten Geschichten - leider waren es nur zehn und nicht 180 Tage. Für alle Kreuzfahrer gehört dieses Buch ins Gepäck oder ins Regal !
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