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Frauenstraßennamen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von M.Patzig   
Freitag, 11. Januar 2008

Nur auf den ersten Blick mutet dieser schmale Band unnütz an. Da sieht man im Inhaltsverzeichnis vor allem Namen, die man kaum kennt: Außer Bettina von Arnim, Marlene Dietrich und Caroline von Humboldt kommt einem keine Frau bekannt vor. Doch nach dem Aufschlagen und Herumstöbern gewinnen gerade die unbekannteren Frauen an Reiz – was haben sie getan, damit eine Straße in Berlin nach ihnen benannt wurde?

Clara Jaschke etwa, die 1912 starb, war eine der ersten Eisenbahnerinnen in Berlin, die nicht heiraten durften, da sie sonst ihren Beamtenstatus und Pensionsansprüche verloren hätten. Emma Herwegh nahm in Männerkleidern und Zigarre rauchend an der Revolution 1848 teil. Die Romanistin Caroline Michaelis brachte sich wegen des Universitätsverbots für Frauen selbstständig romanische, indogermanische und semitische Sprachen bei - und erhielt so 1912 als erste Frau eine Professur an einer portugiesischen Universität.

So bringt dieses Büchlein vor allem Interessantes über das Leben mutiger und kluger Frauen zutage, die Hindernisse überwanden. Es ist sehr empfehlenswert für Leser, die mit offenen Augen durch die Stadt laufen und sich fragen, wer Bertha Benz, Henriette Herz oder Gabriele Tergit waren. Doch auch die übrigen Leser kommen auf ihre Kosten, denn während des Lesens der Kurzbiographien und des Betrachtens der Fotos wird die Fantasie angeregt und das Leben in einer anderen Zeit wird seltsam lebendig. Somit sind die „Frauen in Berlins Mitte“ absolut einen zweiten Blick wert!

Historale e.V. / Bezirksamt Mitte von Berlin (Hgg.): Frauen in Berlins Mitte. Frauenstraßennamen (Berlin Story Verlag)

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 18. Januar 2008 )
 
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