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Hanna Krall : Herzkönig PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dieter Bub   
Freitag, 28. Dezember 2007

Herzkönig - das ist der große blonde Mann von Izolda Regensberg alias Maria Pawlicka, der kurze Zeit nach ihrer Hochzeit deportiert wird. Nachdem sie dem Ghetto entkommen ist, hat sie nur ein Ziel - ihn wieder zu finden, zu retten, mit ihm  weiterzuleben. Wir begleiten sie durch Jahres des Schreckens, begegnen den Gezeichneten, Elenden, Verzweifelten, Hilflosen. Wir sind dabei wie sie ihre Habe, ihre Indendität, ihre Würde und ihr Leben verlieren, wie sie gedemütigt, gequält, selektiert, umgebracht werden. Dieses Buch von Hanna Krall, der großen polnischen Erzählerin, zu lesen, diesen Bericht über einen Menschen, der alle Möglichkeiten nutzt, mit Glück, Hoffnung und Glauben weiterkommt, ist für uns besonders schwer, für uns Deutsche, weil wir unseren Vorfahren begegnen, der Generation der Großväter und Urgroßväter. Wir müssen hier wieder erkennen, daß dieses Heer der Täter nicht einzelne sondern sicher zehntausende, hunderttausend und mehr gewesen sein müssen - Handlanger des Wahnsinns - Denunzianten, Mitläufer, Profiteure, Sadisten, gleichgültige Vollstrecker, Mörder. Maria entkommt selbst dem KZ - Arzt Mengele. Sie findet ihren Herzkönig - das Leben geht für sie weiter, wenn auch mit Enttäuschung und neuer Zuversicht. Und aber, den deutschen Lesern aus dem Land der Täter bleiben nur Scham und Grauen : auch über den neuen Wahn, der sich in die Seelen mittlerweile vieler Söhne und Enkel gefressen hat.

Dieter Bub

Hanna Krall : Herzkönig - Verlag Neue Kritik

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 28. Dezember 2007 )
 
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