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Jubel an der Deutschen Oper PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Montag, 5. November 2007

"Cassandra" und "Elektra" an einm Abend - die beiden Einakter des bei uns so wenig bekannten Italieners Vittorio Gnecchi und des Deutschen Richard Strauß zusammenzufügen war eine verlockende und reizvolle Idee von Kirsten Harms. Das Ergebnis kann sich vor allem hören aber auch sehen lassen. Das Premierenpublikum feierte Ensemble, Orchester, Chor und die Regisseurin mit großem Jubel. Endlich ein Abend ungeteilter Zustimmung.
Die Kombination hat ihren besonderen Reiz, einmal weil sich die Opern musikalisch stark unterscheiden - Gnecchi geprägt vom Verismo Puccinis mit orchestraler Wucht unter starkem Einsatz des Chores, Strauß mit psychologischer Zeichnung seiner Charaktere, zum anderen aber auch, weil der Deutsche sich ganz offensichtlich unüberhörbar beim Italiener bedient hat.
Kirsten Harms gelingt sowohl im Bühnenbild von Bernd Damowsky - großen mächtigen verschiebbaren Wänden und einer schwarzsandigen Grube in einem Hinterhof der Gefangenschaft - und in ihrer reduzierten Personenführung, eine spannungsvolle Geschichte. Die Inszenierung ist in sich schlüssig, schlicht, ohne Überladenes und gerade deshalb eindrucksvoll.
Einziger Nachteil und unverständlich : die beiden Einakter werden nur viermal an einem Abend aufgeführt - dann gibt es "Elektra" solo. Sehenswert und gute Aussichten für die Deutsche Oper !

Dieter Bub

Letzte Aktualisierung ( Montag, 5. November 2007 )
 
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