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Felsensteins Hänsel und Gretel |
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Geschrieben von Administrator
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Freitag, 19. Oktober 2007 |
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Mit dem Oktober und November beginnt die Kinder Theater - Zeit , aus Tradition oder weil sich , nicht selten mit schlichten Produktionen, der Spielplan beleben und die Kasse ein wenig auffüllen läßt. In vielen Häusern, wie zum Beispiel an der Komischen Oper in Berlin wird dem Thema mittlerweile viel Aufmerksamkeit gewidmet - und es gibt bemerkenswerte Produktionen. Dazu gehört auch Engelbert Humperdincks "Hänsel und Gretel" in Dessau. Intendant Johannes Felsenstein findet darin nicht das Romantische sondern konfrontiert die Zuschauer mit dem Elend der Kinder am Ende des 19. und zu Beginn des 2o. Jahrhunderts. Zur einfühlsamen Musik Humperdincks läßt er Filmsequenzen zu Revolution und Krieg, zum Elend der Massen, der Trostlosigkeit im Leben von Kindern und ihren Müttern einspielen. Diese Dissonanz macht betroffen und bewusst, dass die Verlierer jeden Erwachsenen - Männer - Wahns immer die Unschuldigsten waren und bis heute noch sind. Felsensteins Hänsel und Gretel binden Besen, spielen miteinander und fürchten sich vor lieblosen unberechenbaren Eltern. Der Besenhimmel senkt sich im zweiten Akt und wird zum unheimlichen Wald. Im zweiten Teil wird alles gut - nach dem Wirtschaftswunder leben die Kinder im Wohlstand , in der Ferne die Berliner Gedächtniskirche - Hänsel und Gretel spielen mit Puppen die Geschichte von der Hexe. Dieser Bruch ist gewollt - und bedauerlich ,könnte er doch den Eindruck erwecken, Elend, Kinderarmut, Kinderarbeit gehörten der Vergangenheit an. Die Aufführung dennoch sehenswert , für Erwachsene und größere Kinder, vorzüglich gesungen und musiziert.
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 22. Oktober 2007 )
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